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Body² Dive ist eine Impro-Performance auf visueller und auditiver Ebene.
Videoaufnahmen vom Körper von Haut, Poren, Haare, Falten, Knicke, Beulen, Dellen, Muttermale und Warzen wurden uns gesendet. Tonaufnahmen des Körpers wie Streichen, streicheln, kratzen, klopfen, Atmen, küssen und schnarchen wurden für uns aufgenommen.

 

Auf die Videoaufnahmen wird im Studio performativ reagiert, beide Videos werden live vermischt, bearbeitet und direkt gestreamt. Auditives reagiert auf visuelles und andersherum. Durch die Verwendung einer alten Hi8 Kamera und eines analogen Bildmischers ergibt sich eine besondere Bildwirkung. Farbverzerrungen, Unschärfen und 90er Effekte erhöhen den Abstraktiongrad. Berührung, Haut, Körper – etwas was uns in Zeiten körperlicher Distanz
fehlt.

 

Body² Dive experimentiert mit digitaler Begegnung, mit der Natürlichkeit von Körper, Nähe und Berührung. Wir verlieren uns in Körperlandschaften und finden uns wieder in Strukturen, Konturen, Farben und Bewegung.

Warum gibt es immer Grenzen?

Du bist wie ein Haus mit einer Wand aussen und einer Struktur an Waenden und Raeumen innen. Reisst man die Wand aussen herunter legt man das Innere offen, kann in deine Zimmer sehen, jeder einzelne Raum abgegrenzt mit seinen eigenen Waenden. Alles voll mit Zeug und Kram, alles liegt irgendwo rum, es wird immer mehr und ueberfuellter. Und es kann nicht raus, nicht abfliessen, weil es immer Grenzen gibt, die umschliessen.

Niemand fragt dich vorher, und dann musst du wachsen und deine Wand muss das alles tragen.

Du kannst nie zurueck, und das vorher bleibt immer da und kratzt von innen und aussen, veraendert dich stetig, verkuemmert dich langsam. Und dann loest du dich auf bis du nichts mehr bist.

Nichts fuehrt zu Nichts.

Keine Entscheidung, kein Wille, alles Illusion.

Reality.

Ich will durch deine Brust greifen, durch deine Haut und dein Fleisch, dein Blut spueren und die Wirbelsaeule umfassen, und ich will dass du das selbe mit mir machst, und ich will, dass wir lachen und mit einem Ruck alles herausreissen, alle Grenzen zerfetzen. Nichts mehr soll uns umschliessen, behindern und einengen. Ich will nur noch spueren und fuehlen und fliegen, und ich will das mit dir zusammen, fuer immer und immer.

MAJA HAUSWIRTH // SKINS

Max░Fresh ▄▀ – Énociation prod. by ThunderHoodieEukalyptusbär Crew
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EUKALYPTUSBÄR CREW

Max░Fresh ▄▀ –

Énociation prod. by ThunderHoodie

ROBIN ADRIEN SCHWARZ  //  EUKALYPTUSBÄR CREW

Max░Fresh ▄▀ Énonciation // Schweizerdeutsch

 

Wenni säg, ich fühl e Beschwernis, denn meinis so

Nöd eifach metaphorisch, metonymisch, ellei vorem Trog

Vo de Wörter, all nur mangelhaft, irgend en Abgrund oder Qualia

E Chugle Osmium im Solar Plexus, ke Saturnalie

 

Weiss nöd, wasi da verzell, alles nur énociation

Vergiss, wasi säg, das machi amig au, toti Assoziation

Phonozentrische Scheiss, Fisimatente vome alte Griesgram
De Logos kentred, ich weiss, lisligi Erkänntnis, gspaltnigs “Lis mal!”

 

Wennd nur losisch, nur lisisch verpassisch alles, archi-écriture
Versuech emal ohni rote Fade Näht z’süüme, susch machi nüt 

Meinsch ich interpretier z’vill? Die Ussag het ke Basis

Ich wür säge, du gsesch eifach z’wenig, mag ke Nullpunkt und ke Stasis

 

Über Liebi hani nüt z’säge, müesst ja wüsse vo wasi da schwafle,

All de transzendenti Scheiss heisst nüt, Brot und Bluet für mini Tafle

Ich ha würkli ke Ahnig, und würi das lügne wärs Betrug
Has probiert, Lob der Liebe, ei Zugfahrt, Grüess an Badiou

 

So vill Zeiche, Symbol und doch

Nüt wonich je wür versta

Aber das isch mini Kund für eu

D’Chette wird mi niemals verla

 

Mini Sprach het scho existiert, bevor’s mich i d’Welt gworfe het
Und du hesch scho vo Romeo und Julia auf dem Dorfe gredt

Woni no Signifikant und Signifikat versuecht ha z’spalte
Miteme Schüferli und Wüscherli Wortscherbe ufz’bhalte

 

Als Subjekt bisch du scho lang duregstriche, kennsch dis Begehre?
Ich la mi Triibe im Meer vom Symbolische, versuech ned alles z’verdrehe

Wieso losisch all dem Bullshit eigetli zue, wieso schribsch ned?
Wennd mer etz seisch, das macht Sinn, de vertriibsch mi

 

En chalte Radiator und ich 10ni, gumpe is Becki vom Freibad
S’Wasser schmöckt nach drissg Sache, panta rhei, Heiland
Ich flüsse i mich selber ine, gspüre mini fiin Huut mit tuusig Nerve
D’Siite vom Buech sind ruuch, und ich denk: “Es isch irgendwas vo Merve”

 

Figg din Telos, dini Kontingenz und all din beschissne Jargon
Ich sueche d’Unendlichkeit i de Tön, und muess säge ich mag nüm
E Frequenz, e Wälle, en Wasserfall, en verzwiflete Indiana Jones
Nadelstich, de Fade bricht mit mir und allem, Triage-Sherlock-Holmes

 

So vill Zeiche, Symbol und doch

Nüt wonich je wür versta

Aber das isch mini Kund für eu:

D’Chette wird mi niemals  verla!

 

Max░Fresh ▄▀ Énonciation // Deutsch

Wenn ich sage, ich fühle eine Beschwernis, dann meine ich es so
Nicht einfach metaphorisch, metonymisch, alleine vor dem Trog

Der Wörter, alle nur mangelhaft, irgend ein Abgrund oder Qualia

Eine Kugel Osmium im Solar Plexus, keine Saturnalien 

 

Weiss nicht, was ich hier erzähle, alles nur énonciation

Vergiss, was ich sage, das mache ich jeweils auch, tote Assoziation

Phonzentrischer Scheiss, Fisimatenten eines alten Griesgrams

Der Logos kentert, ich weiss, leise Erkenntnis, gespaltenes “Lies mal!”

 

Wenn du nur hörst, nur liest, verpasst du alles, archi-écriture
Probier mal ohne roten Faden Nähte zu säumen, sonst mache ich nichts
Meinst du ich interpretiere zu viel? Diese Aussage hat keine Basis

Ich würde sagen du siehst einfach zu wenig, mag keinen Nullpunkt und keine Stasis

 

Über Liebe habe ich nichts zu sagen, müsste ja wissen, von was ich hier schwafle

All dieser transzendente Scheiss heisst nichts, Brot und Blut für meine Tafel

Ich habe wirklich keine Ahnung, und würde ich das leugnen wär’s Betrug

Hab’s probiert, Lob der Liebe! Eine Zugfahrt, Grüsse an Badiou

 

So viele Zeichen, Symbole und doch
Nichts, was ich je verstehen würde
Aber dies ist meine Kunde für euch:
Die Kette wird mich niemals verlassen!

 

Meine Sprache hat schon existiert, bevor’s mich in die Welt geworfen hat
Und du hast schon von Romeo und Julia auf dem Dorfe geredet
Als ich noch Signifikant und Signifikat zu spalten versucht habe
Mit Schaufel und Wischer Wortscherben aufzubewahren

 

Als Subjekt bist du schon lang durchgestrichen, kennst du dein Begehren?

Ich lasse mich treiben im Meer des Symbolischen, versuche nicht alles zu verdrehen

Wieso hörst du all diesem Bullshit eigentlich zu, warum schreibst du nicht?

Wenn du mir jetzt sagst, das macht Sinn, dann vertreibst du mich

 

Ein kalter Radiator und ich zehn, springe ins Becken des Freibads

Das Wasser schmeckt nach dreissig Dingen, panta rhei, Heiland!

Ich fliesse in mich selber hinein, spüre meine feine Haut mit tausend Nerven

Die Seiten des Buches sind rauh, und ich denke: “Das ist irgendwas von Merve”


Fick deinen Telos, deine Kontingenz und all deinen beschissenen Jargon
Ich suche die Unendlichkeit in den Tönen und ich muss sagen, ich kann nicht mehr
Eine Frequenz, ein Wasserfall, ein verzweifleter Indiana Jones
Nadelstich, der Faden bricht mit mir und allem, Triage-Sherlock Holmes

 

So viele Zeichen, Symbole und doch
Nichts, was ich je verstehen würde
Aber dies ist meine Kunde für euch:
Die Kette wird mich niemals verlassen!

SEBASTIAN KLUGE // GOOGLE STREET VIEW

Bereits als Kind fuhr ich mit meiner Oma, die als Schaffnerin des regionalen Nahverkehrs der damaligen DDR Reichs- und später Bundesbahn die Trillerpfeife über die Bahnhöfe pustete, auf allen Strecken quer durch den wilden Osten mit. Später folgten Klassenfahrten im Reisebus nach Italien und England, einen Flug nach Afrika, Autobahnfahren nach Bulgarien, Köln und der Nord- sowie Ostsee. Und auch zweimalige Fahrten nach Paris mit dem Thalys und dutzende kleinere Ausflüge kamen hinzu. Dann kam 2005. Das war der Tag, der alles veränderte. Es war der Tag, an dem ich morgens mit meiner ersten Panikattacke aus einem Linienbus aussteigen musste. 

»Was ist, wenn mir das wieder passiert?« Dieser Satz war es, dessen Wirkungskreis meinen Reisekreis immer weiter verengte und verringerte. Mit jeder weiteren Panikattacke fing ich an, gewisse Situationen zu meiden. Erst gingen Busse nicht mehr. Dann waren die tiefen und engen Tunnel von Straßenbahnen keine Option. An den schlimmsten Tagen stieg ich nicht einmal mehr in einen Aufzug. Selten gebe ich Auskunft darüber, weshalb ich z.B. noch nie auf einem Festival gewesen bin. Es ist aus Scham. Der Scham, nicht mehr zu funktionieren. Nicht, wie jede*r andere an normalen Happenings teilhaben zu können. 

 

Meine gesamte Jugend schrumpfe also auf meine Wahlheimatstadt Köln zusammen. Aus der Not heraus entschied ich mich, zumindest in regelmäßigen Abständen spazieren zu gehen und fotografierte dabei, was ich auf meinen Reisen sah. Während also meine Mitschüler*innen während der Ferien mit ihren Familien vereisten, setzte ich zumindest einen Fuß nach dem anderen nach vorne, um irgendwie in Bewegung zu bleiben. 

 

Nachdem ich mich, mithilfe einer Therapie und einem Klinikaufenthalt, soweit stabilisiert hatte, dass ein halbwegs angstfreies Reisen wieder möglich war, kam ich durch einige Umwege in Bielefeld an, um dort Fotografie zu studieren. Doch zog meine Angst, es könne wieder alles in mir zusammenbrechen, wie ein langer Schatten mit mir mit. Mein Vertrauen hatte über die vielen Jahre der Angst immens gelitten und ist bis heute nicht vollständig zurückgekehrt. Und Auch hier sah ich, wie meine Kommilitonen bei Exkursionen in ferne Länder reisten, um dort zu fotografieren. Da begann ich mich zu fragen, wie ich selbiges, nur ohne das Reisen, umsetzen könnte.

Einige Zeit später stieß ich zufällig auf Googles Service Street View und fuhr spontan meine erste Strecke durch Norwegen. Genauer durch die Insel Moskenesøy, nahe Tind. Zwei Stunden später war ich fast bei Vestvågøy und hatte unzählige Screenshots gemacht. Während meiner Reise sah ich unglaubliche Bergformationen, kristallklares Wasser und unzählige, kleine Fischerhäusschen. Ehrlich gestanden konnte ich die frische, kühle Luft und das salzige Meer förmlich riechen. Ich stellte mir vor, wie die Sonne meine Haut wärmte und die Möwen kreischend nach Futter suchten. Zugleich war in mir eine absolute Stille eingekehrt. Nach Jahren konnte ich endlich wieder reisen.

Mittlerweile habe ich über 20 Länder bereist. Bin durch Venedig gelaufen und durch die Gebirgsketten Tibets gewandert. Ich fuhr einmal über 5000km durch Alaska und wärmte mir die Haut an der französischen Südküste. Ich habe mich in Tokyo verirrt und bin durch die schottischen Highlands geklettert. Alles, ohne jemals mein Zimmer dabei verlassen zu haben. Mit StreetView hatte ich das erste Mal das Gefühl, etwas nachholen zu können. Dinge und Welten zu betrachten, die für mich beinahe unmöglich zu erreichen waren. 

AVY GDANSK // COLLAGEN

JEREMIAS HEPPELER // kopfabzeichnungen

"film, text, bild, musik. 

alles. und alles gleichzeitig. 

und dann wieder von vorne.

schicht über schicht über schicht.

digital. analog. analog. digital.

und wieder zurück. 

und wieder von vorne.

auffallen. auseinander fallen.

ohne sinn. mit allen sinnen. 

ohne sinnen. mit allem sinn. 

meine ruh ist hin!

schwarzes quadrat, weißes rauschen.

schicht über schicht über schicht. 

kontext. dekontext.

- ualisieren. -

material. mytholog.

- ialisieren. -

machenmachenmachen.

dazwischen: 

textur. urtext. 

diskurs. urdisk.

aus dem urschlund.

ausspucken und verschlingen.

ziTAT. portrÄH?s

asche zu asche.

und.

pixel zu pixel.

alle himmelschreienden sünden live.

jetzt!"

Marina

Die Illusion währt

am längsten

Die Illusion währt am LängstenMarina
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MARINA // DIE ILLUSION WÄHRT AM LÄNGSTEN

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