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KÜHLSCHRANK

VON MARTIN TROGER //

Er steigt gerade ein und riecht noch die geschmolzenen Bremsscheiben. Er lässt die Bücher lieber in Querformat erscheinen. So liegen sie besser in der Hand, bevor sie über das Schwimmbecken segeln.

Auf das Schachbrett fallen die Brotkrumen, was ihm auffällt. Den Befragten kriegt man nicht zu Gesicht, nur den Applaus. Man hat sich so viel Resonanz nicht erwartet. Das Publikum findet sich nicht heißer zusammen. In den Neunzigern hat es hier noch keine Laternen gegeben, oder sie haben anders ausgesehen. Vieles hat anders ausgesehen.

Das meiste ist dasselbe. Man baut jetzt halt anders. Er bleibt stehen, wenn er auf den Bus wartet. Er schaut auf die Nummern, gibt ihnen Namen. Man geht am Wohnzimmer des Würstelstands vorbei. Die Gespräche verstummen erst zuhause vor dem Fernseher. Zahlenrätsel werden schneller gelöst, wenn jemand auf den Gute Nacht-Tee wartet. Das Licht bleibt aus. Man hat sich alles schon gesagt. Später im Licht des Kühlschranks der Griff auf den Hintern, nur das durchgesessene Pyjama. Die geschwollene Hand hat Recht. Der Locher trifft den dahinter Stehenden. Sie trägt den Nagellack nur auf, wenn die Ohrfeige folgt. Sie ersetzt die Strumpfhose.

Die Kinder stehen mit dem Eistee daneben und flüstern. Sie denken sich noch nichts. Erst später ist ihre Mutter die Frau in der alten Wohnung. Sie stellen sich bereits zum Ausgang. Noch bevor man den Aufzug rufen kann. Die anderen sitzen am Dampfer. Er setzt nach. Es ist ihm egal. Es hängen zwei Seelen in seiner Brust. Er ist ein Gewinn für den Weltuntergang. Er beobachtet den Vogel, den er zurück ins Leben holt. Wozu Toleranz, wenn der Dezember unbeobachtet letztlich etwas Positives ist.




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