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Unberührt

VON MILA QUIRIN //


Ich streife sie ab die schützende Schicht

aus Dermis, Fleisch und Blut.

Ziehe sie aus, häng sie auf

und glaube es tut mir gut.

Abgelegt und abgetragen fühle ich mich

entblößt, frei und gerührt.

Fass mich an, mein innerstes Selbst.

Ich wurde noch nie berührt.

Die Fingerkuppen freigelegt

mit spürenden Rezeptoren,

reagieren auf ein Ungleichgewicht, Elektroschocks selbst durch die kleinsten Poren.

Härchen spüren meine Erregung

und strecken sich mir entgegen.

Ich fass mich an,

muss nicht überlegen,

bin verführt.

Wurde noch nie berührt.

Ich betrachte meine Hülle aus Haut von Außen und mir wird plötzlich klar,

ich bin desilluisoniert und,

dass jede Berührung eine Einbildung war.

Eine schicht aus kleinsten Lebewesen bedeckt meinen Mantel in Millionen,

eine Berührung ist noch nie passiert,

man wollte mein Herz nur schonen.

Ich denke mir die Bakterien fort,

entkleide mich dieser Barriere,

denke mich gedanklich an einen anderen Ort, eine tiefere Atomsphäre.

Die kleinen Atome umgeben sich,

man könnt es Magnetismus nennen.

Doch plus und plus berührt sich nie,

ebenso Negativität,

so wie sie die Abstoßung trennen.

Berührung ist Magie,

ist physiologische Illusion.

Berührung ist Gedabkenzauber,

nervliche Komposition.

Hab meine Haut wieder angelegt und mich in meiner Rationalität veriirt.

Hab das alles noch mal nachgespürt

Und blieb völlig unberührt.

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