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MOND

VON MARTIN TROGER //


Wer hat die Rohre hier verlegt, hier hinter dem Vorhang aus Schlüsseln? Er hat sich eine Flasche Wasser mitgenommen, über die Grenze. Zu Hause schmeckt sie nach zu Hause. Er verbiegt sich, renkt sich aus, lehnt sich so kopfüber an die Wand, bei jedem Wetter. Auf seinen Füßen balanciert er die schlecht gewordene Suppe in zwei Schüsseln.

Wenn er sich ausdrückt, erscheint ein Licht zwischen seinen Ohren. Der Mond vor seinem faltigen Gesicht. Er brennt darauf nicht durchzudrehen. Er beißt in den Mond, wie in einen grünen Apfel. Er verzieht sein Gesicht. Er steht lieber im Weg und macht den Weg nicht frei. Erschrockenheit, aufgelistet, darf nicht vergessen werden. Der Schock darf nicht verschlafen werden.

Er geht vorbei an den Polizisten mit den Maschinenpistolen. Er kürzt seinen Weg nicht ab. Müllpaläste, meuternde Matrosen, Mörderpost. Ein Epochenumschwung in einem gepanzertem Fahrzeug. Das Fahrrad lehnt in der vergessenen Gasse. Er rennt vorbei. Die Patronenhülsen fallen auf die Pflastersteine. Es hat schon lange nicht mehr geregnet. Morgen ist wieder Schule.




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