Suche

Ich blicke auf mich und sehe…

VON MELIS //


...einen Menschen.

Fragen in meinem Kopf, 

die unbeantwortet bleiben.

Antworten, zu viele Antworten, 

die in meinem Kopf umherschwirren.

Ich versuche einige dieser Antworten 

mit meinen Händen einzufangen und scheitere.

Sie sind zu schnell, 

entweichen mir. 

Antworten oder keine, 

die ich mir selbst zurecht lege.

Antworten, beeinflusst von der Außenwelt.

Beeinflusst von meiner Innenwelt.

Wer garantiert mir, dass diese richtig sind?

Dass sie meine eigenen sind?

Resilienz.

Ja, du musst resilient sein.

Nein, musst du nicht.

Muss ich das aushalten können?

Fragen, die unbeantwortet bleiben.

Ich blicke auf mich und sehe…

...eine Außenseiterin.

Ich bin hier nicht ganz richtig.

Oder doch?

Muss ich sein, wie andere mich haben wollen?

Darf ich sein, wer ich bin?

Bin ich die, die ich sein will

oder bin ich die, die diese Welt aus mir gemacht hat?

Formen.

Geformt werden von Menschen,

von Erzählungen,

von Gedanken

und Erfahrungen.

Ich werde geformt und forme.

Forme mich und andere.

Losgelöst von allen Erwartungen,

von allen Einflüssen.

Ist das möglich?

Ist ein Leben möglich, das allein mir gehört?

Ein Leben, unberührt, ganz meins.

Mein Leben.

Wer ist dieser Mensch frage ich mich, 

während ich am Seitenrand stehe und 

auf einen Menschen blicke, der seinen Platz

nicht gefunden hat.

Noch nicht.

Der Seitenrand.

Ich stehe hier und blicke auf...

...mich.

Auf einen Menschen, der nicht gefunden hat,

wonach er sucht.

Noch nicht.

Wonach suche ich?

Ich suche nichts und doch so vieles.

Die Suche nach mir selbst.

Ich suche mich. 

Mal finde ich mich,

mal verliere ich mich.

Ich bin hier, 

nein, ich bin es nicht.

Ich möchte sein,

vollkommen.

Ich selbst.

Der Seitenrand.

Vom Seitenrand aus blicke ich auf mich,

auf meine Träume,

meine Gedanken.

Auf das, was ich sein will, aber nicht bin.

Die Außenseite, mein Zuhaus.

Von hier aus blicke ich auf mich,

auf den Menschen, 

der sein möchte und

nicht ist.

Ich blicke auf einen Menschen,

dessen Innenleben Heimat ist für 

Gedanken, Träume und Pläne

jeglicher Art.

Sie bleiben innen.

Gelangen nicht nach außen.

Mein Innenleben,

weit weg vom Außenleben.

So sehe ich mein Leben in meinem Kopf

an mir vorbeiziehen.

Mein Leben, das nicht ist.

Mein Leben, das ist.

Doch blicke ich vom Seitenrand aus darauf.

Die Außenseite, hier stehe ich und blicke auf mich.

Wann, frage ich mich?

Wann verlasse ich sie und 

fange an zu sein?

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