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Verwandtschaftsdilemma

VON URSULA DAEHNE //


Dass man die Meinung ändert, wenn‘s doch nicht ums Meinen, sondern ums „Sein-en“ geht, das hast du erst möglich gemacht, du mit deinen geraden Lebenslinien ohne irres Stricken von Stricken für Teile des Selbst, ohne Geschichten, die nicht erzählt gehören, vor allen Dingen nicht gehört gehören, ohne Ein-Quadratmeter-Kämpfe und ohne Hunger, dass man die Welt essen möchte. Ich bin bei dir, hast du im Wenigsten am meisten gesagt und mir damit einen Schlag auf den Nacken gegeben, ich nicke und lächle und lasse mich von der Welt aufessen statt dessen, sodass wir mich beide veräppeln bis die Ärztin kommt und mich verraten und verkaufen zu jeder vollen Stunde.


Wir schreiben November und gute Worte eigentlich gar nicht mehr, schreiben auch einander nicht mehr, weil‘s ums Sein-en geht und nicht Meinen, aber das hast du irgendwie nicht verstanden, damit nicht nur die Botin erschossen, sondern auch ein 1:0 gegen Alle geschlossen, ich breche aus. In Tränen versuche ich aus Sein-en Meinen zu machen, dass mein ganzer Körper zittert wie ein Vibrator, der mit voller Batterie den Boden bohnert, da lieg ich dann und weine an die Decke wie in Bachelorette Studitagen und versuche bei dem allen nicht nur positiv zu bleiben sondern auch Negativ für eine bessere Zukunft. Am Ende bin ich ganz kurz Tod, danach widme ich mich wieder der Beantwortung nichtiger Fragen, um meine Befindlichkeit während des Weltuntergangs, aber ehrlich gesagt ist nach all dem meine einzige Befindlichkeit der Wunsch Familienschauspielerin zu werden.


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